Ida von Lüttichau: Leben und Tod (1841)

Auch war von mir nichts zu sagen, da alles auf Leben u Tod stand. Letzteres kurze vielsagende Wort hätte Ihnen alles gesagt, u blieb ich leben, wie es nun gekommen ist, so ist die Zukunft, die noch mein ist, meinen Freunden. Sie haben viel Äußeres in dieser Zeit, ich unendlich viel Inneres erlebt, eben von der Art, wie es sich auch gar nicht mehr in Worte fassen läßt; über alle Modulationen hinaus, in einem Bereich der Seele, wo zuletzt alles zu subjectiv wird, um irgend noch mitgetheilt werden zu können. Das sind die Zeiten, in denen Gott allein von uns weiß, hoffentlich in Langmuth u Erbarmung. Letztere erfärth man denn auch entweder im Sichtbaren, denn jedes neue Leben ist ein Wunder, oder im Geheimniß des Todes, von dem ich aber nur die ersten wunderbaren Töne vernommen, Ihnen also damit noch zur Zeit nicht dienen kann.

Ida v. Lüttichau: Brief an Friedrich v. Raumer im Herbst 1841
(‚Wahrheit der Seele. Ergänzungsband‘, Berlin 2015, Seite 119/120)

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