Hans Kilian: Der Mensch, ein anthropogenetischer Prozeß

„(Der Mensch) kann die Vergesellschaftung seines bewußten Seins vielmehr allenfalls in einem sehr konkreten und begrenzten Sinne dieses Wortes ‚transzendieren‘, indem er die unbewußten historischen und gesellschaftlichen Determinanten seiner Subjektivität erkennt, anerkennt und darüber hinaus eine dialektische Technik des Umgangs mit der Welt wie mit sich selbst entwickelt, welche dieser Determination Rechnung tragen und sie in einem ’naturgesetzlich‘ möglichen und vorgesehenen Vollzuge insofern zugleich ‚aufheben‘, als sie sie durch ein neues neuronales Reglersystem ‚überformen‘ und sie dergestalt auf eine ‚ontisch‘ höhere Integrationsstufe hinaufheben.

Allein in diesem sehr spezifischen Sinne einer progressive Reflexion und Überformung scheint uns eine reale statt nur ideale und utopische menschliche ‚Freiheit‘ denkbar, welche nicht im Widerspruch zur naturgesetzlichen oder seinsgesetzlichen Determinatiion steht, sondern vielmehr in deren Vollzug sich entfaltet.

‚Das enteignete Bewußtsein‘ (Neuwied 1971, Seite 276)

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