Stolpersteine für Max und Lydia Gusyk

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Max gusyks eltern leon und diana (geb. kawan) lebten zunächst in der kleinstadt wilkowischky im russisch besetzten „kongreßpolen“. Wegen der antisemitistischen pogrome zog die familie 1911 in den westen, nach gräfrath bei solingen, wo der vater eine besteck-fabrik kaufte. Da er in konstantinopel geboren war, was in seinem paß vermerkt war, konnte er 1913 für sich und seine familie die osmanische/türkische staatsangehörigkeit beanspruchen, um anti-jüdischen und anti-russischen ressentiments zu entgehen.
Im oktober 1918 starben diana gusyk sowie der 16jährige sohn paul (maxens zwillingsbruder) an der spanischen grippe. Leon gusyk gab die fabrik auf und ging nach berlin. Max und rebekka (geboren 1899) zogen zu ihrer älteren schwester jenny nach köln.
Jenny gusyk (geboren 1897) studierte in köln (als erste frau) betriebswirtschaftlehre und wirtschaftsgeschichte. Anschließend zogen sie, max und rebekka zu Ihrem vater nach berlin.
Über max gusyk und dessen ehefrau lydia ist bisher wenig mehr bekannt als die angaben aus den deportationslisten der nazis.
Jenny arbeitete als buchhalterin, heiratete den kommunistischen journalisten karl stucke. Am 27. 11. 1927 wurde ihr einziger sohn thomas geboren. 1933 wurde karl stucke in ein konzentratiopnslager gesperrt, 1939 erfolgte eine erneute verhaftung und verschleppung ins KZ sachsenhausen. Karl stucke starb dort am 14. 1. 1940. Damit verlor jenny alle etwa noch möglichen rechte aus dieser „mischehe“. Sie tauchte unter, blieb aber in berlin, wahrscheinlich aus Sorge um den vater, der erst im januar 1943 im altersheim der jüdischen gemeinde in berlin starb, während rebekka 1942 mit einem ausreise-visum über frankreich und portugal in die USA ausreisen konnte. Nach einer denunziation wurde sie im juni 1943 in das gestapo-gefängnis prinz-albrecht-straße gesperrt. Nach einigen verlegungen wurde sie, wie vorher ihr bruder max und dessen frau lydia, nach auschwitz deportiert, wo sie am 2. 1. 1944 ermordet wurde. Ihr sohn thomas überlebte in berlin dank der hilfe von freunden seines vaters. Er reiste im oktober 1946 zu seiner tante rebekka nach new york aus.
An ihrer letzten wohnadresse in solingen (wuppertaler staße 36) wurde ein STOLPERSTEIN für jenny gusyk verlegt.
Im mai 2012 wurden auch für max und lydia gusyk STOLPERSTEINE an deren letzter adresse in berlin (hirschgartenstraße 2) verlegt. Am nächsten tag waren die blumen beiseitegeworfen und die stolpersteine zweifellos willentlich mit erde verschmiert und heftig zerkratzt.

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